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Stiftungungsurkunde Linke überreicht

am vergangenen Freitag, den 23. April 2010 hatte Martin Stadelmaier, der Chef der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz Prof. Linke in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz die Stiftungsurkunde überreicht. Auf diesem Weg möchten wir Sie auf einen Link aufmerksam machen: http://www.rlp.de/einzelansicht/archive/2010/april/article/stadelmaier-wuerdigt-kuenstlerisches-lebenswerk/

 

Pressemitteilung zur Überreichung der Stiftungsurkunde in der Staatskanzlei:

 

Stiftung Eberhard und Barbara Linke als gemeinnützig anerkannt

 

Martin Stadelmaier, der Chef der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz überreicht in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz die Stiftungsurkunde Professor Eberhard Linke lebt und arbeitet in Rheinhessen und trägt seit nahezu 40 Jahren zum kulturellen Reichtum dieses Landes bei. Er hat sein Lebenswerk - die Skulpturen und die künstlerischen Rechte daran, die Zeichnungen, das große Anwesen in Flonheim mit allen Gebäuden und Atelierräumen - in eine Stiftung überführt. Diese Stiftung soll das künstlerische Schaffen von Professor Eberhard Linke erhalten und pflegen, seine Werke präsentieren, wissenschaftlich erschließen und in die europäische und internationale Kunstgeschichte einordnen.

 

Mit Hilfe der Stiftung werden in Zukunft Projekte ermöglicht, die bisher nur in bescheidenem Umfang durchführbar waren. Dazu gehören die Förderung und Aus- und Fortbildung junger Künstlerinnen und Künstler, sowie die Vermittlung von Arbeitsstipendien für den Aufbau von Terrakotta-Plastiken. Im Anwesen der Stiftung in Flonheim finden auch in Zukunft Bildhauerkurse statt, ebenso Atelierbegegnungen zum Thema "Kunst und Politik" in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Wie bisher werden im Rahmen der Oppenheimer Sommerakademie in Flonheim Bildhauerkurse für Terrakotta-Plastiken angeboten.

 

Garten- und Hofkonzerte, Lesungen und Vorträgen sind geplant, um Kultur im übergreifenden Sinn anzubieten. Neu dazu kommen sollen Kunstreisen und Atelierbesuche mit Professor Eberhard Linke. Als Reverenz an die Region erstreckt sich der kulturelle Rahmen auch auf das Thema „Kunst und Wein“.

 

 

Eberhard Linke betonte in seiner Ansprache anlässlich der Überreichung der Stiftungsurkunde in der Staatskanzlei

 

„Unsere Gegenwart ist bestimmt durch technische und elektronische Medien, die zunehmend auch in das Feld der bildenden Künste eindringen und sie vielfach prägen. Mit den Programmen scheint vieles leicht, ja geradezu von selbst zu gehen. Aber technische Geräte oder die Computer-Tastatur schieben sich zwischen Künstler und Werk und schaffen eher Distanz als Unmittelbarkeit, eher Kälte als Empfindung. Der Computer denkt nicht und entwirft nicht. Das Handeln mit ihm bewegt sich immer in den Grenzen der noch so ausgeklügelten Programmierung. Nicht umsonst sprechen ernst zu nehmende Architekten von der Notwendigkeit des freien Skizzierens mit den Händen im Entwurfsprozess, weil hier der Ursprung für Kreativität liegt.“

 

Für Prof. Linke ist Ton das unmittelbarste und sicherlich auch älteste Gestaltungsmittel. Deshalb biete die Stiftung plastisch arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern, aber auch fortgeschrittenen Laien die Infrastruktur des Atelieranwesens an. Der Künstler bringt dabei seine 50 Jahre langen Erfahrungen in dieser Technik ein und vermittelt den Unterschied zwischen Hobby und ernsthaftem Gestalten. Im Gegensatz zu Materialien wie Holz und Stein, deren Härte zu bezwingen ist, berge Ton wegen seiner leichten Formbarkeit die Gefahr des schnellen Ergebnisses und trügerischer Zufriedenheit mit dem Produkt.

 

„Während beim Hobby Muße und entspanntes Tun dominieren und die Selbstkritik dabei häufig auf der Strecke bleibt, besteht hier der Anspruch auf Authentizität von Person und Werk. Das Aufbauen mit dem Ton ist mühevoll, weil man von unten nach oben arbeitend bei Null beginnt, beim allmählich trocknenden und fester werdenden Ton nur begrenzte Korrekturmöglichkeiten hat, nie das Ganze vor Augen sieht, dennoch aber am Schluss die Details mit dem Ganzen eine Einheit bilden sollen. Das heißt, Inkonsequenzen im selbst gewählten Formprogramm müssen erkannt und ausgeräumt werden, manchmal in harter Selbstüberwindung. Nur wenn es in sich stimmig ist, kann auch ein Betrachter seinen Weg zu dem gestalteten Objekt finden.“

 

 

Vita Eberhard Linke

 

Eberhard Linke ist 1937 in Lauban/Schlesien geboren, studierte an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart, war Assistent im Fachbereich Architektur der TU Braunschweig  und ab 1972 Hochschullehrer an der Fachhochschule Mainz. Ausgezeichnet wurde er mit zahlreichen Preisen. Er erhielt u.a. 1979 den Villa-Massimo-Preis verbunden mit einem Studienaufenthalt in Rom, 1988 den Rodin Grand Prize Exhibition in Hakone/Utsukushi, Japan, 1989 den Sickingen-Preis für Plastik des Kreises Kaiserslautern, 1989 den Staatspreis Rheinland-Pfalz für Kunst und Architektur und 2007 den Preis des Berufsverbandes bildender Künstler Rheinland-Pfalz.

 

Seine Arbeiten sind nicht nur in vielen Museen ausgestellt und waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, zahlreiche stehen im öffentlichen Raum, so auch in Mainz: Am Gebäude des Innenministeriums befindet sich die 4,60 Meter hohe Gruppe „ Mann vom Castrum“ als Relief und Freiplastik. Vor der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Mainz-Lerchenberg steht die Skulptur „Mauerläufer“. Im Januar 2010 wurde am Kronberger Hof der fast drei Meter hohe „Till“ als Symbolfigur des MCC eingeweiht. Bereits im Jahre 1977 gestaltete Eberhard Linke einen „Passionsfries“ für die Evangelische Philippus-Gemeinde in Mainz-Bretzenheim und im Jahre 2002 eine Taufstele. Von Eberhard Linke stammt auch die Portraitbüste von Hanns-Dieter Hüsch im Kabarettarchiv.

 

 

Vorstand und Kuratorium

 

Der Vorstand der Stiftung Eberhard und Barbara Linke besteht aus Professor Eberhard Linke als Stifter, dem Wirtschaftsjournalisten und Fernsehredakteur Uli Röhm aus Jugenheim, Elke Scheiner, Richterin a.D. aus Gabsheim und Franz Horch, Vorstand der Sparkasse Worms-Alzey-Ried als Schatzmeister.

 

Kuratoriumsmitglieder bei der Gründung der Stiftung Eberhard und Barbara Linke sind Harald Augter, IHK Präsident und Vorsitzender des Rundfunkrat des SWR, Ute Beiser-Hübner, Bürgermeisterin der Gemeinde Flonheim, Ernst-Walter Görisch, Landrat des Landkreises Alzey-Worms, Sabine Hampel, Fernsehjournalistin bei SWR-Kultur Rheinland-Pfalz, Filmemacher Sebastian Linke, Prof. Dr. Gerhard Muth, Präsident der Fachhochschule Mainz, Dr. Helmut Orpel, Kunsthistoriker, Petra Palte, Präsidentin der Hauptverwaltung Mainz der Deutschen Bundesbank, Stefanie Rohde, Notarin und Dr. Rüdeger Schlaga von der Landeszentrale für politische Bildung.

 


Amtliche Anerkennung der Stiftung